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August 24, 2020

Der Österreicher Roman Königshofer ist im Web einer der gehyptesten deutschsprachigen Outdoor-Fotografen. Sein Instagram-Account ist randvoll mit Bergpanoramen, von denen jedes einzelne ein Cover für Outdoor- und Reisemagazine sein könnte. Wer steckt hinter diesen spektakulären Bildern und was ist sein Instagram-Geheimnis? Wir haben Roman zum Interview gebeten.

 

 

Hi Roman, du hast über 200000 Followers auf Instagram! Das sind mehr Menschen, als in deiner Heimatstadt Innsbruck leben. Du bistberühmt!


[lacht]Nein, ich bin nicht berühmt. Instagram ist ja nicht das echte Leben. Und in Innsbruck wohne ich erst wieder seit kurzer Zeit. Meine Heimat ist in der Steiermark.

Du fotografierst, zumindest auf Instagram, hauptsächlich spektakuläre Bilder von Berglandschaften. Woher rührt deine Connection zu den Bergen?


Definitiv durch das Snowboarden. Vor circa 20 Jahren stand ich das erste Mal auf dem Board und bis heute ist da kein Ende in Sicht. Heute mache ich aber viel mehr in den Bergen als „nur“ shredden. Im Winter bin ich meist mit dem Split-Board unterwegs, und wenn kein Schnee liegt, wird geklettert oder gewandert. Die Kamera ist einfach immer dabei. Ich fühle mich einfach wohl in den Bergen. Du kennst das sicher vom Surfen: Wenn du in den Line-up paddelst, bist du auf einmal in einer anderen Welt. Bei mir ist das ähnlich mit den Bergen. Da oben gibt es noch die echte Freiheit!

Seit wann fotografierst du und wie bist du dazu gekommen?

Hobbymäßig fotografiere ich circa seit 16 Jahren. Früher haben wir uns gegenseitig beim Snowboarden und Skaten fotografiert. Wir haben auch kleine Videos gedreht und so kam der Stein ins Rollen. So richtig reingekippt bin ich dann, als ich mir das Kreuzband mit 19 Jahren am Berg gerissen hatte. Ich konnte eine Zeit lang nicht snowboarden und ging also nur mit Kamera mit auf den Berg.

Hattest du etwas „Vernünftiges“ vor deiner Karriere als Fotograf gelernt?

Ich habe Design studiert und im Bereich Motion & Broadcast Design gearbeitet. Das war cool, jedoch zu viel Zeit vor dem Computer. Dann bin ich über das Filmen zur Fotografie gekommen. Beruflich zumindest, hobbymäßig war die Fotografie seit dem 18. Lebensjahr nicht mehr wegzudenken.

Seit wann bist du auf Instagram aktiv?

Seit Oktober 2015. Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich erst mein erstes Smartphone hatte – ziemlich spät, ich weiß...

Wie zeitintensiv ist es, sich solch einen Follower-Stamm aufzubauen? Was gehört alles dazu, um diese Reichweite zu erreichen?


Regelmäßig top Fotos zu posten fordert natürlich einiges an Commitment. Es sind ja die Fotos, die man erst einmal machen muss. Das allein ist wohl der größte Aufwand. Aber ich ziehe selten los, um ein „Instagram“-Bild zu bekommen. Die Bilder entstehen bei meinen Trips und Aktivitäten nebenbei. Ich denke, das macht sie auch viel authentischer. Um die Reichweite zu steigern, sollte man natürlich auch mit der Community in Kontakt sein. Eine Stunde auf den Tag verteilt wäre nicht schlecht, wenn man die investiert. Wenn man das kontinuierlich durchzieht, wächst der Account ganz natürlich. Ich würde sagen, vier- bis fünfmal sollte man in der Woche mindestens posten, wenn man die Sache ernst nimmt.

Kann man sagen, dass Instagram dein Haupt-Marketingtool ist, um Jobs zu akquirieren?

Zurzeit ist es das tatsächlich. Das ist aber erst seit circa sechs Monaten so. Für einen Fotografen gibt es zurzeit quasi keine bessere Visitenkarte im Netz.

Ab wie vielen Followern wird man interessant für Brands?

Unterschiedlich. Wenn die Fotos richtig gut sind, muss man nicht massiv viele Follower haben. Oder wenn man Fotos in einem eigenen Stil hat, der für Brands interessant ist, auch nicht. Ab 5.000 Follower ging es bei mir los, dass mir die ersten Brands Messages oder E-Mails geschickt haben.

Wie viel Zeit verbringst du tatsächlich mit der Fotografie und wie viel, um Social Media am Laufen zu halten?

[lacht] Gute Frage, ich habe ja oben erwähnt, dass ich Motion Design gekickt habe, weil ich so viel vor dem Bildschirm saß... Nun, wenn man professionell als Fotograf arbeitet, verbringt man wieder extrem viel Zeit vor dem Bildschirm. Und wenn man dann auch noch Social Media professionell betreibt, gleich noch mehr. Kommunikation, Bildbearbeitung und Social Media nehmen schon viel Zeit in Anspruch. Ich würde sagen, circa 40 Prozent Fotografie und 60 Prozent Office-Arbeit.

Du bist Mitglied bei den GermanRoamers. Seit wann gibt es euch, wie viele seid ihr, wie kam es zu dem Zusammenschluss?


Ja, ich bin nun seit einem Jahr bei dem Kollektiv dabei. Ich glaube, es gibt die GermanRoamers nun seit zweieinhalb Jahren. Wir sind zurzeit 14 Fotografen, alle aus Deutschland außer ich! [lacht]Der Zusammenschluss kam dadurch, dass zwei, drei der Roamers die Idee hatten, ein Kollektiv zu gründen, das den Fokus auf Outdoor-Fotografie in Deutschland legte zu einer Zeit, in der alles auf Instagram nach Kanada oder in die Staaten schaute. Quasi nach dem Motto „Gemeinsam erreichen wir mehr“.

Wie kann man dort Mitglied werden?

Gute Frage. Eigentlich sehen wir uns nicht als „Super-Truppe“, die mal wieder jemanden „aufnehmen“ könnte. Jeder, der rausgeht, seine eigenen kleinen Abenteuer erlebt und das mit Fotografie/Film festhält, ist eigentlich eh schon Teil der Bewegung, hinter der wir stehen. Der Kern wurde so gegründet, und wenn wirklich auf einmal neue Leute dabei sind, dann ist das eher, weil man sich schon ein paar Mal draußen über den Weg gelaufen ist und sich so eine Freundschaft entwickelt hat.

Was treibt dich an, rauszugehen und deine Fotos zu machen?

Wie schon gesagt gehe ich verdammt gerne raus und mache alle möglichen Aktivitäten. Ich gehe selten nur wegen der Fotografie raus, das mach ich ja eh schon als Job. In der Freizeit ist die Kamera halt trotz- dem immer dabei, weil man ja nie weiß, wann es richtig gut wird. Der Antrieb ist also eigentlich mein Bewegungsdrang. Nach ein paar intensiven Büro-Tagen kann ich es schon nicht mehr erwarten, an der Felswand zu sein oder einfach hoch oben auf einem Gipfel oder frischen Powder zu fahren!

Hast du Vorbilder?

Spontan fallen mir da keine ein. Aber ich bewundere Menschen, die ihren eigenen Weg gehen. Die Dinge durchziehen und leidenschaftlich bei der Sache sind. Auch wenn das bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Sehr beeindruckt bin ich auch immer von Menschen, die ein großes Herz haben. Schwer zu erklären. Aber es gibt Menschen, die einfach immer zuerst an andere denken und dann erst an sich selber. Das beeindruckt mich schon sehr.

Was willst du mit deiner Fotografie erzählen bzw. hast du Ziele, auf die du hinarbeitest?

Am coolsten finde ich es immer, wenn mir Leute schreiben, dass meine Fotos sie dazu gebracht haben, mal wieder rauszugehen und etwas Neues zu machen. Mir haben schon Menschen geschrieben, die wegen meiner Fotos ihren ersten Sonnenaufgang am Berg erlebt haben. Das ist schon unbeschreiblich cool zu hören. Das macht mich echt happy! Ich selbst möchte die Leute dazu motivieren rauszugehen, ich möchte ihnen zeigen, wie schön es (auch vor der eigenen Haustür) sein kann und was es da eigentlich alles zu schützen gibt. Nur Menschen, die auch ein Bewusstsein für die Natur aufbauen und sich mit ihr immer wieder neu verbinden, finden es wahrscheinlich eine gute Idee, diese auch zu schützen. Eines meiner Ziele ist bestimmt, mich noch mehr als Fotograf zu etablieren.

Bist du auch ab und zu an den Küsten unterwegs?

Klar! Leider kam das in den letzten zwei Jahren zu kurz. Aber das soll wieder mehr werden. Ich surfe seit 16 Jahren und fühle mich im Wasser gleich wohl wie am Berg.

 

 

Fotografie weil: Es meine Art ist, mich auszudrücken.

Dankbar für: Alles! Familie und Freunde, Gesundheit und Job!

Steckbrief

Name: Roman Königshofer

Geburtsdatum: 30.10.1982

Geburtsort: Mürzzuschlag

Fotografie seit: circa 2000